Zwischen Ostern und Pfingsten


Dieser Text steht in der Frühjahrsausgabe des Seeblick - erschienen zwischen Ostern und Pfingsten, am 17. April 2016. Weil dieser Beitrag jetzt besonders „zeitgemäß“ ist, stelle ich ihn (geringfügig verbessert und um Links erweitert) hier online.

Zwischen Ostern und Pfingsten.

Nachdem dieser Seeblick zwischen Ostern und Pfingsten erscheint und ich sicher bin, dass wir auch religiöse Menschen unter unseren Lesern haben, möchte ich gerne näher auf den Ursprung christlicher Feste eingehen, der im jüdischen Glauben liegt.

lb_ttpadler_200x200px.gifReligionswissenschaftler gehen davon aus, daß Religionen seit Beginn der Menschheitsgeschichte die Kulturentwicklung begleiteten. Demnach ist religiöses Empfinden ein wesentlicher Teil der menschlichen Eigenschaften und gehört zu den grundlegenden menschlichen Antrieben, die Gesellschaften und Kulturen formen.

Aber zwischen Religionen und „Glaube“ stehen oft Welten. Während uns die von Menschenhand gemachten Religionen Himmel und Hölle offenbaren können, sollten wir erkennen, dass - wenn wir es wollen - ein „paradiesischer Zustand“ auf Erden bereits möglich ist…

Wir streifen hier nur kurz ein paar Details. Möchtest Du tiefer gehen, empfehle ich Dir, Dich eigenständig im Internet zu informieren. Es gibt eine Menge Beiträge. ...Wer suchet der findet (oder wird gefunden)... ;)

Der Mondkalender

Die biblischen Feste richten sich generell nach dem biblischen Mondkalender. Vor langer Zeit schon hat der Mond das Leben der Menschen bestimmt. Er fand (und findet) Anwendung in landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Bereichen, in denen häufig nach der Mondperiode gearbeitet wird. Auch die Lebensjahre der Menschen wurden früher nach dem Mondkalender gezählt und er diente eben zur Bestimmung von Festen.
Wie sollte auch der Mond auf uns Menschen keinen Einfluss haben, wenn es ihm doch möglich ist Meere zu bewegen?

Der Sonnenkalender

Der erste Sonnenkalender entstand rund um die Zeit des Pyramidenbau´s. Dieser Kalender wurde etwa 4.500 Jahre lang verwendet und war Wegbereiter der Sonnenkalender, die nach und nach die Mondkalender ersetzt haben.
Seit dem 16. Jahrhundert leben wir nach dem (auf der Erde am weitesten verbreiteten) gregorianischen (Sonnen)Kalender. Eine Entwicklung, die auf Kaiser Konstantin zurück geht.

Kaiser Konstantin

Konstantin, der zwar als erster christlicher Kaiser das Christentum nach einer langen Zeit der Verfolgung gesellschaftsfähig machte, blieb weiterhin Oberhaupt des mystischen Mithraskultes. [Die Herkunft dieses Kultes ist bis jetzt nicht belegt und umstritten. Der Mithraskult war zu seiner Blütezeit im ganzen Römischen Reich verbreitet, „Sol Invictus Mithras“ wurde von zahlreichen Kaisern verehrt.]
In der Weiterführung seines Titels „Pontifex Maximus“ (oberster Priester), den Konstantin, nachdem er das Reich als christlich erklärt hatte, eigentlich hätte ablegen müssen, wird das deutlich. Nach seinem Tod im Jahr 337 wurde dieser Titel zwar vorerst nicht weiter beachtet, doch Papst Leo der Große (440-461) griff ihn wieder auf und Papst Gregor der Große (590-604) machte ihn zum festen Bestandteil päpstlicher Titel. Bis heute ist das so.

Ruhetag und Feste neu festgelegt

Die biblischen Feste wurden  zunächst zwar weiterhin gefeiert, von Konstantin letztendlich aber abgeschafft.
Im Jahr 321 verordnete Konstantin beispielsweise die Verlegung des Schabbat, also des von Gott vorgegebenen Ruhetages am siebten Wochentag, auf Sonntag, den ersten Wochentag.
Konstantin entwickelte  auch einen eigenen Festkalender, der Weihnachten neu einführte (im Judentum kein Anlass zu Feierlichkeiten) und auch die Auferstehung Jesu vom biblischen Fest der Erstlingsfrüchte trennte und es zu „Ostern“ machte. (Später wurde „Ostern“ mit Einführung des noch heute gültigen gregorianischen Kalenders ein zweites Mal neu festgelegt.)

Die Abtrennung des Christentum von seinen Wurzeln

Zwar liegen Ostern und Pfingsten, wie auch Pessach und Schawuot, fünfzig Tage auseinander, doch wurden sie nun als etwas Eigenständiges begangen. Losgelöst von der Bibel, was sich durch die spätere Kalendererneuerung nur noch tiefer verfestigte, denn Pessach und Schawuot spielten ja keine Rolle mehr. Und so vergaß man diese biblischen Feste, weil niemand mehr dran dachte…
Konstantin trennte also das Christentum von seinen jüdischen Wurzeln ab, wodurch Bedeutung und die dahinterstehende Absicht Gottes immer mehr verloren gingen...

Schawuot & Pfingsten

Das jüdische Schawuotfest und das christliche Pfingstfest sind also eng verwandt. Das Schawuotfest (auch ein Erntedankfest) erinnert unter anderem an den Empfang der Zehn Gebote, die die jüdischen wie auch christlichen Grundwerte darstellen und das generelle Zusammenleben regeln (sollten!). Es ist auch das Erinnerungsfest an die Übergabe der Gesetzestafeln am Berg Sinai und an die 70 Feuerzungen (ein Symbol für den Geist Gottes), eine für jedes Volk auf der Erde…
Schawuot (hebräisch für „Sieben“) ist das jüdische Wochenfest, das 50 Tage (sieben Wochen plus einen Tag) nach dem Pessachfest gefeiert wird. [Das Pessachfest gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten, also die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei.]

Da die Herabkunft des Geistes auf die Jünger Jesu, laut der christlich-biblischen Apostelgeschichte, während des jüdischen Wochenfestes geschah, wurde im Christentum Schawuot zum Pfingstfest.
Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren. Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden.
Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.

Das „Pfingstwunder“ ist Dir bekannt? Als dieses betrachtet man die Fähigkeit der Jünger, den über sie gekommenem Heiligen Geist, in allen erdenklichen Sprachen übersetzt zu haben. So wird symbolisch der Anspruch der christlichen Kirche untermauert, alle Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zu missionieren. Die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu wird in der christlichen Tradition als Gründung der Kirche verstanden.

„Und die Bibel hat doch Recht“

Nun, auch, wenn bekannt ist, dass die heutige Bibel nicht vollkommen „ungefärbtes Original“ ist, so hat sich doch nichts darin Geschriebens als falsch herausgestellt. Manch archäologischer Fund untermauert Geschriebenes…
Jedem Menschen steht es frei, zu glauben oder nicht. Mann und (nicht überall auch) Frau haben (noch!) ihren freien Willen, um zu entscheiden.

„Was kann man uns von aussen sagen, wenn wir das Wissen doch IN uns tragen?“

Ist es möglich, dass alle Religionen einen Ursprung haben? Hat Glaube etwas mit Bewusstsein, mit unserem Innersten, zu tun? Bräuchte ich denn dann einen Vermittler zwischen Gott und mir? Welche Aufgaben hätte ein „Stellvertreter“ Gottes/Jesus´? Kann ein Mensch Gott vertreten?.....

Nimm Dir Zeit, die Dinge zu sehen die geschehen. Schalte Deinen Verstand ab, sieh Dich um und fühle...
In diesem Sinne wünsche ich ein entspanntes Pfingstwochenende 2016. Möge der Geist Gottes viele noch erreichen. ;)

Autor: @s
12. Mai 2016

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Quelle(n):
http://wegedeslebens.info/
und andere wie auch Eigenes.

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